Sinecure Aufenthaltsstipendium 2010

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Judith Zander

Preisträgerin des Sinecure Aufenthaltsstipendiums 2010

»Sie achtet nicht, wie eng die Verhältnisse sind, wie begrenzt der Spielraum, wie erstarrt die Regeln. Sie atmet Welt.« (Wolfgang Koeppen, »Jugend«)

Für ihr Romandebüt »Dinge, die wir heute sagten« wird Judith Zander (Jahrgang 1980) mit dem Preis der Sinecure Landsdorf 2010 ausgezeichnet. Als bereits zweite Absolventin des Deutschen Literaturinstitutes Leipzig tritt Judith Zander ihr dreimonatiges Arbeits- und Aufenthalts-Stipendium im April 2010 an. Die Stifter der Sinecure Landsdorf, Angela und Gerd Schäfer, haben das Stipendium mit einem monatlichen Salär, einer Wohnung im Gutshaus Landsorf (bei Tribsees) und diversen kulturellen Angeboten ausgestattet: einer Lesung, einem Konzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern usw. Eine Einladung der Universität Rostock zu einer Poetikvorlesung sowie der Besuch eines Seminars bei der Autorin in Landsdorf gehören ebenfalls zum Programm der Sinecure. Bisherige Stipendiaten waren Ralf Thenior (2008) und Heike Geißler (2009). Der Debütroman von Judith Zander erscheint im September bei dtv premium.

Zur Begründung:

Was Wolfgang Koeppen oben über die 19-jährigen Maria sagt, die Protagonistin seiner Erzählung »Jugend« (1976), gilt auch für die Literatur, die im Nordosten ihren Ursprung nimmt: Sie ist weitläufig, obgleich die Verhältnisse beengt wirken, sie eröffnet sich Spielräume, wo die Menschen auf Grenzen stoßen.

Judith Zander knüpft mit ihrem ersten Roman an diese große erzählerische Kraft des Nordens an, die durch Namen wie Uwe Johnson, Wolfgang Koeppen oder auch Brigitte Reimann repräsentiert wird.

Die junge Autorin erzählt von Bresekow, einem verschwiegenen Dorf in Vorpommern, von Heimat und Hölle: Die alte Frau Hanske ist gestorben, und zur Beerdigung treibt es ihre Tochter Ingrid aus dem fernen Irland nach Bresekow zurück. Aus ›Mangel an Welt‹ hatte Ingrid ihre Heimat vor Jahren fluchtartig verlassen. Nun ändert ihr Besuch vieles im Dorf, bringt die Bewohner zum Sprechen und wirft, gerade für die Familien Ploetz und Wachlowski, alte und neue Fragen auf – Fragen über ihr derzeitiges Leben und die Verstrickungen von einst.
Bresekow, schon immer eine kleine Welt, eng, abgelegen, von Verfall bedroht, wird hier zum Brennspiegel der Gegenwart. Drei Generationen erzählen mit großer Sprachkraft von Provinz und Alltag, von Freundschaft und Verrat, vom Leben selbst.

Judith Zander, geboren 1980 in Anklam, lebt in Berlin. In Greifswald und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studierte sie Germanistik, Anglistik, Mittlere und Neuere Geschichte. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, u. a. den Lyrikpreis beim open mike 2007 sowie den Wolfgang-Weyrauch- Förderpreis 2009.

Judith Zander übersetzt und verfasst Lyrik und Prosa. ›Dinge, die wir heute sagten‹ ist ihr erster Roman.

Judith Zander: Dinge, die wir heute sagten. Roman
Originalausgabe. dtv_ premium (September)
500 Seiten, € 16,90.
ISBN 978-3-423-24794-8

Bibliografische Angaben:

Judith Zander: Dinge, die wir heute sagten. Roman.

480 Seiten, € 16,90 [D] € 17,40 [A] SFr 28,90 (CH: Empfohlener Ladenverkaufspreis).
ISBN 978-3-423-24794-8 (dtv premium 24794). September 2010 (ab 23. August im Handel). Originalausgabe

Kontakt dtv:

Thomas Zirnbauer
Deutscher Taschenbuch Verlag / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Friedrichstraße 1a / 80801 München
Telefon: +49 (89) 38167-119 / Telefax: +49 (89) 38167-319 oder -333
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Foto:

Heike Bogenberger

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