Sinecure

Sinecure Aufenthaltsstipendium 2011

Rolf Lappert

Preisträger des Sinecure Aufenthaltsstipendiums 2012

»Ich teile ihr Bedürfnis, sich gelegentlich aus dem Trubel des Lebens zurückzuziehen.« (Rolf Lappert über Megan, »Auf den Inseln des letzten Lichts«)

Für sein Romanwerk der »Entschleunigung« wird Rolf Lappert (Jahrgang 1958) mit dem Preis der Sinecure Landsdorf 2011 ausgezeichnet. Der Schweizer Schriftsteller, der seit mehr als dreißig Jahren in der Welt zuhause ist und dessen Geschichten in der Fremde angesiedelt sind, erhielt bereits 2008 den ersten Schweizer Buchpreis (für »Nach Hause schwimmen«). Die Kritik würdigte seinen melancholischen Blick für die Schönheiten der bedrohten Schöpfung, sein sanftes Plädoyer für seine unerforschlichen, innerlich zerrissenen Figuren und die packende Erzählweise.

Im April 2011 tritt Rolf Lappert sein dreimonatiges Arbeits- und Aufenthalts-Stipendium an. Die Stifter der Sinecure Landsdorf, Angela und Gerd Schäfer, haben das Stipendium mit einem monatlichen Salär, einer Wohnung im Gutshaus Landsdorf (bei Tribsees) und diversen kulturellen Angeboten ausgestattet: einer Lesung, einem Konzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern usw. Eine Einladung der Universität Rostock zu einer Poetikvorlesung sowie der Besuch eines Seminars beim Autor in Landsdorf gehören ebenfalls zum Programm der Sinecure. Bisherige Stipendiaten waren Ralf Thenior (2008), Heike Geißler (2009) und Judith Zander (2010). Das Werk von Rolf Lappert erscheint seit 2008 im Carl Hanser Verlag, München (Taschenbuchausgaben bei dtv).

Zur Begründung:

»Ich reise, seit ich 20 bin. Ich war immer ein sehr neugieriger Mensch und wollte wissen, wie es ist, woanders zu sein – vielleicht sogar, wie es sich anfühlt, in der Fremde ein anderer, neuer Mensch zu werden. Das Reisen hat mir bestimmt geholfen, meinen Horizont zu erweitern, auch im literarischen Sinn.«

Ähnlich wie Bruce Chatwin (»Auf dem Schwarzen Berg«), Cees Nooteboom (»Die folgende Geschichte«) oder W. Somerset Maugham (»Der Rest der Welt«) verknüpft Rolf Lappert seine Neugier auf die Welt mit der Erfahrung des Schreibens – beides zielt auf Erfüllung. Die Ruhe zum Arbeiten findet er in den Zufluchten, die Freunde und Förderer ihm gewähren. Landsdorf soll künftig ein Stützpunkt für ihn sein, um die Eindrücke verarbeiten und neue Kräfte sammeln zu können für Exkursionen in die Welt (auch) der Literatur.

Kurzbiographie:

Geboren 1958 in Zürich, erzielte Rolf Lappert seinen Durchbruch als Erzähler mit seinem fünften Roman, »Nach Hause schwimmen« (2008). Er wuchs in Zofingen (Kanton Aargau) und in Olten (Kanton Solothurn) auf und absolvierte eine Ausbildung zum Graphiker. Er lebte einige Jahre in Frankreich und Deutschland, und viele seiner Reisen führten ihn in den asiatischen Raum, in die Karibik und in die USA. Seit 2000 wohnt er in Listowel in der Grafschaft Kerry, Irland.

Werke (Auswahl):

Folgende Tage. Roman. Basel: Nachtmaschine, 1982. ISBN 3-85816-033-4.
Passer. Roman. Basel: Nachtmaschine, 1984. ISBN 3-85816-052-0.
Der Himmel der perfekten Poeten. Roman. Zürich: Nagel & Kimche, 1994. ISBN 3-312-00194-3.
Die Gesänge der Verlierer. Roman. Zürich: Nagel & Kimche, 1995. ISBN 3-312-00202-8.
Nach Hause schwimmen. Roman. München: Hanser 2008. ISBN 3-446-20992-1.
Auf den Inseln des letzten Lichts. Roman. Hanser, München 2010. ISBN 3-446-23556-4.

Kontakt Carl Hanser Verlag:

Christina Knecht
Vilshofener Straße 10 / 81679 München
Telefon +49 (89) 99830-409 / Telefax: +49 (89) 99830-460
E-Mail: knecht@hanser.de

Kontakt Universität Rostock:

Prof. Dr. Lutz Hagestedt
IFG – Institut für Germanistik / August-Bebel-Str. 28 / 18051 Rostock
Telefon: +49 (381) 498-2569 / Telefax: +49 (381) 498-2578
E-Mail: lutz.hagestedt@uni-rostock.de

Kontakt Rolf Lappert:

wortwal@yahoo.com

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